Völlig ungewohnt zogen Ministranten und Priester bedächtigen Schrittes in die Kirche ein -
in völligem Schweigen.
Pünktlich um 15 Uhr, beim traditionellen Aufheulen der Sirene, wurde der Sterbestunde Jesu gedacht.
Völlig ungewohnt warf sich dazu der Priester samt roten Mantel auf den Kirchenboden.
Nach der Lesung hörten wir das Evangelium in Form der Leidensgeschichte, dargebracht durch drei Sprecher.
Drastisch wurden wir Satz für Satz in die Passion Jesu hineingenommen.
Mit einer kurzen Erklärung zur Aktualität, folgten die traditionellen Großen Fürbitten.
Völlig ungewohnt wurden diese feierlich gesungen und nach jeder Fürbitte knieten sich alle Feiernden für einen stillen Moment kurz nieder.
Im darauffolgenden Einzug des Kreuzes wurde das Kreuz dreimalig enthüllt, feierlich erhoben und den Gläubigen gezeigt.
In der persönlichen Verehrung des Herrn am Kreuz brachten viele Mitfeiernden Blumen mit, als Zeichen ihrer Anbetung.
Mit der Grablegung des Leichnams Jesu endete der Gottesdienst, völlig ungewohnt ohne Segen, ohne Entlassung.
Ein schlichtes, ungewohntes Felsengrab, mit einem Rollstein davor, prägte nun den Altarraum.
In der Sakristei angekommen, wurde die Frage gestellt, wie die Feier erlebt worden sei.
Spontan kam die Antwort einer Ministrantin: "Grauslich wars!"
Und tatsächlich konnten wir es nicht besser formulieren, wie sich der Altarraum während und nach der Gottesdienstfeier präsentierte. Die Kälte des nackten Steines zeigt enorm sinnhaft die spürbare Kälte der handelnden Personen in der Passion.
Vor der Kirche bekam ich völlig überrascht eine Kreuzesdarstellung geschenkt (siehe Titelbild).
Ein völlig zerschundener Körper, der vage an einen Menschenkörper erinnert.
Gefertigt wurde dieses Kreuz von Bewohnen der Lebenshilfe in St. Johann in der Haide - ein enorm eindrucksvolles Präsent, an einem eindrucksvollen Tag!
Mit festlichem Einzug wurden die frischen Heiligen Öle für unsere Pfarre hereingetragen. Das Öl für die Kranken und der Chrisam für die Täuflinge und Firmlinge.
Mit hell gesungenen Gloria ertönte lautes Glockengeläute in der Kirche, wie vom Kirchturm. Ab nun schweigen Orgel wie Glocken und es wurde fast etwas gespenstisch dunkel in der Kirche.
Ein mehrfach gesungenes "Ubi Caritas ..." ließ uns an diesem Abend das Liebesgebot innig bewußt werden.
Endlich galt es Mahl zu halten. Dazu mussten unsere Ministranten den Altar einmal festlich decken und schmücken.
Dorch irgendetwas fehlte noch:
Ahhh die Schale mit Brot und der Kelch mit Wein wurde natürlich noch nach vor gebracht!
Die gesungenen Wandlungsworte vergegenwärtigten drastisch, was Jesus gesagt und getan hatte:
DAS IST MEIN LEIB
Brot des Lebens!
DAS IST MEIN BLUT
Kelch des Heiles!
Nach Empfang der Kommunion unter beider Gestalten und dem Schlussgebet endete die Messfeier schlagartig, ohne gewohnten Segen und Entlassung.
Das Allerheiligste wurde unter dramatischen Schlägen der Holzklöppel an den Seitenaltar gebracht.
Gewollt verstörend erfolgte die Entblößung der Altäre und des Altarraumes. Kalt und schmucklos zeigte sich das Herz unserer Kirche. Der Tabernakel leer - das Ewige Licht ausgelöscht.
Nun folgte eine kurze Ölbergandacht.
Für den tollen Dienst und das "erfolgreiche" Ausräumen fanden sich ettliche Kirchenmäuse, die natürlich sofort fachgerecht entsorgt worden sind.
Danke allen Beteiligten für diesen enorm eindrucksvollen Gottesdienst!
Witterungsbedingt fand die Weihe der Palmzweige in unserer übervoll besetzten Pfarrkirche statt.
Dies tat der Stimmung jedoch überhaupt keinen Abbruch - ganz im Gegenteil - nach der sorgfältigen Weihe wurde ausgiebig Hosanna gesungen und mit den Palmbuschen geschwenkt.
Bei der Predigt befragt, wo denn im Alltag die Farbe Rot vorkomme, kamen interessante Antworten wie: Stift, Mut, Liebe, Feuerwehrauto, Jacke usw..
Die liturgische Farbe Rot am Palmsonntag zeigt uns ganz intensiv die Vorschusslorbeeren des Jubels, einen Menschen zum König zu machen wollen; Wie auch die baldige Verachtung in den Rufen zur Kreuzigung, dh. Auslöschung und Vernichtung eines Menschen.
Gegen Ende der, musikalisch von unserer Singgruppe mitgestalteten, Palmsonntagsmesse erhielten verdiente Ministranten silberne Abzeichen.
Danke für diesen schwungvoll-lebendigen Gottesdienst, einem würdigen Auftakt der Karwoche mit Tiefgang.
Im voll besetzten Speisesaal harrten schon viele dem Beginn des Gottesdienstes entgegen.
Eifrige Bewohner hatten bereits für kleine liebevoll gebundene Palmbuschen gesorgt.
Nach bereits über 10-jähriger Tradition (das ist schon was im kirchlichen Geschehen!) eröffneten wir mit dieser Messfeier die Feierlichkeiten der Karwoche.
Nach dem gesungenen Bericht des Evangelisten Markus wurde es auch im Saal sehr lebendig.
Mit hoch gestreckten Händen wurde geschunkelt und lauthals Hosanna gerufen.
So begrüßten wir Jesus und begleiteten ihn auf dem Weg des Einzuges.
Danke für die wunderbare Vorbereitung und die sehr lebendige Mitfeier!
VollDankbarkeit, voll echter Freude und einer gehörigenPortion Zuversicht, durfte unser Vikar Mario Brandstätter,am 22.Märzzweijunge Menschen im Namen unserer Pfarre feierlich in den Dienst am Altar aufnehmen. Nach intensiven, aber lustigen Lernstunden und einiger Wochen wirklich eifrigsten Probeministrieren war es endlich so weit.
Nach Befragung ihrer Bereitschaft den Ministrantendienst in Kameradschaft und Verbundenheit mit Jesus Christus in unserer Pfarre tun zu wollen, wurden sie mit der Albe bekleidet. Mit Segensgebet, der Überreichungder Brustkreuze, der Miniausweise und Bestätigungsurkundender Pfarre, bestätigtedie anwesende Pfarrgemeinde mit lautem Applaus ihre neuen Ministranten Sophia und Theodor.
Wirsind sehr stolzdarauf,so viele junge Menschen in unsererGemeinde zu haben, die sich fürdieGemeinschaft und dasWohlanderer einsetzen.